Malinda Lo: Last night at the Telegraph Club, dtv

San Francisco, 1954. Lily Hu, 17 Jahre alt, lebt in Chinatown. Sie steht kurz vor Abschlussklasse der Highschool und sie ist eine "gute chinesische Tochter", folgsam und sehr fleißig. Gleich in der ersten
Szene reißt sich Lily heimlich eine Anzeige aus einer Zeitung: Tommy Andrews, Herrenimitatorin, Weltpremiere, Telegraphclub, Broadway. Lily wird Kathleen Miller
kennenlernen, ein Mädchen an ihrer Schule, das sagt, sie sei dort schon gewesen. Und so beginnt das Unglaubliche – die beiden stehlen sich immer wieder des Nachts heimlich in den Club. Bis Kate schließlich bei einer Razzia verhaftet wird. Lily steht zu ihrer gerade gefundenen Identität – "Ich bin wie diese Frauen!", sagt sie zu ihren Eltern, zu ihrer Familie – und zahlt einen hohen Preis dafür: Sie wird bereits am nächsten Tag zu Verwandten nach Pasadena gebracht, wo sie ihren Abschluss macht, von wo sie ein Studium beginnt, sprich, sie zieht nie wieder zu Hause ein. Dies ist ein sehr vielschichtig, sehr dicht erzählter Roman: China/USA zur Zeit der McCarthy Ära, Immigration und queeres Leben, Gesellschaft und Konventionen, Identität und Sprache (oder gerade ein Mangel daran).
Ein sehr beeindruckendes Buch, für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen – unbedingt lesen! Ab 15 Jahren. (AB)

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